Historische-Dauerausstellung
Ausstellung_Header

70 Jahre Rindermarkthalle:

Eröffnung der Dauerausstellung zur Geschichte der Rindermarkthalle und des Schlachthofviertels

Hamburg, 4. 05. 2021: Wussten Sie, dass bis in die Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts am U-Bahnhof Feldstrasse eine romantische Windmühle stand? Oder, dass vom Millerntorstadion bis zum Bahnhof Sternschanze einstmals eine Bahnlinie verlief, die an der Rindermarkthalle mittels eines Tunnels die Feldstraße querte? Oder, dass die 15.000 Quadratmeter große Rindermarkthalle am 16. Juni 1951 von Bundeskanzler Konrad Adenauer eröffnet wurde und damals als größte freitragende Hallenkonstruktion in Europa galt? Anlässlich der Fertigstellung der Rindermarkthalle vor jetzt genau 70 Jahren zeigt ab dem 4. Juni eine Dauerausstellung Geschichte und Geschichten der Halle und des Hamburger Schlachthofes. Zu finden ist die in einer Koproduktion vom St. Pauli Archiv und dem Schaff Verlag entstandene öffentliche Ausstellung im Seiteneingang der Rindermarkthalle St. Pauli (neben dem Marktkoenig).
„Die Rindermarkthalle und der Schlachthof haben den Charakter des Schanzen- und des Karoviertels entscheidend geprägt. Wer die Viertel wirklich verstehen will, sollte den Zusammenhang zwischen Leben und Arbeiten einmal im historischen Kontext erlebt haben. Die Geschichte der Menschen und der Gebäude ist so toll, dass wir sie unbedingt erzählen wollten“, erklärt Martin-Bo Ahlers, Centermanager der Rindermarkthalle. Finanziell ermöglicht wurde das Projekt von der Edeka Nord.

Jörg Schilling vom für die Ausstellung konzeptionell federführenden Schaff Verlag: „Rund um Schlachthof und Rindermarkthalle siedelten sich seit jeher Lokale zur Verpflegung der Arbeitskräfte auf dem Schlachthof und auf den Viehmärkten an. Seit 1904 gibt es schon die Schlachterbörse, die früher übrigens „Zum gemütlichen Schlachterheim“ hieß. Erikas Eck ist das einzig erhalten gebliebene Frühlokal. Hier geht man seit jeher nach der Spät und Nachtschicht hin, um sich zu stärken. Diese Tradition wurde weitergeführt, und neben den alten Lokalen sind im Schanzen- und Karolinenviertel zahlreiche neue hinzugekommen. Die Wandlung des gesamten Areals hat viel Leben in ehemals verfallene Industriedenkmäler gebracht. Sie sorgt aber bis heute auch für viele soziale Kontroversen. Uns ist wichtig, in dieser Ausstellung auch die Schattenseiten der modernen Städteplanung zu thematisieren.“